"Ecce homo“

Da ist der Mensch“, sagt Pilatus unter Hinweis auf Jesus (Joh. 19,5). Der Mensch – in den 80 Lebensjahren des Künstlers Michael Morgner stand und steht das Thema „Mensch“ im Zentrum seines Schaffens als Bildhauer und Maler.

Der Zyklus „Ecce homo“ ist ab dem 24. April 2022 zu erleben in der Taufkapelle der Frauenfriedenskirche in Frankfurt Bockenheim. Die Eröffnung beginnt um 13:00 Uhr nach dem Gottesdienst. Die Einführung gestaltet der Morgner-Kenner Thomas Menges, Redakteur des Limburger Magazins „Eulenfisch“ für Religion und Bildung.

Morgner deutet die Aussage des Pilatus jenseits konfessioneller Bindungen in ihrer ganzen existenziellen Tiefe aus. Der geschundene und leidende Mensch stellt DAS zentrale Thema seiner Kunst dar. Nie war es erschütternder und ergreifender als gerade jetzt!

Die Radierungen sind Begleitungen zu Gedichten des deutschen Lyrikers und Schriftstellers Harald Gerlach (+2001). Am Schluss des Gedichtes XIII „Angst“ lesen wir: „Lippen und Zunge formen zum Schrei, ungewollt: Verlassen. Warum.

Die Ausstellung kann noch bis zum 22. Mai 2022 besucht werden zu den Öffnungszeiten der Kirche. Der Eintritt ist frei.

Bubikopf web1 

Grammophonlesung zu „Frankfurt liest ein Buch 2022“

Jo van Nelsens Grammophonlesungen

BUBIKOPF & BLEISTIFT

Autorinnen der Weimarer Republik

Wieder widmet sich Jo van Nelsen in Text und Musik dem Kernthema seiner Grammophonlesungen, der Weimarer Republik und seinen Künstler*innen.

Beim diesjährigen populären Frankfurter Lesefestival steht mit Irmgard Keun eine der Autorinnen im Mittelpunkt, die ihre Karriere 1931 hoffnungsvoll begann – um sie mit der Machtergreifung der Nazis zwei Jahre später enttäuscht zu Grabe tragen zu müssen. „Asphaltliteratur“ nannten die Braunhemden das, was vielen Leser*innen der 20er Jahre als literarischer Aufbruch in Stil und Form erschien und in der sie sich mit ihren starken Gefühlen der ersten Nachkriegszeit, Inflation und Neuorientierung wiederfanden.

1918 bekamen die deutschen Frauen erstmals das Wahlrecht, viele verblieben in den Berufen, in denen sie für die im Krieg stehenden Männer eingesprungen waren: Als Bahnschaffnerinnen, Kontorleiterinnen, Stenotypistinnen, usw. – und auch schreibenden Frauen bot das aufblühende demokratische Zeitungswesen erstmals eine große öffentliche Plattform, die vielen zu Ruhm verhalf: Vicki Baum, Mascha Kaléko, Gabriele Tergit, Dinah Nelken, Irmgard Keun, u.a.. Sie berichteten aus Gerichtssälen und Hinterhöfen, vom Tennisplatz und Five O´Clock und machten Tucholsky & Co. ernsthafte Konkurrenz.

Jo van Nelsen präsentiert in BUBIKOPF & BLEISTIFT eine spannende Auswahl ihrer Texte, in der die Frau der 20er Jahre im Mittelpunkt steht: mal schillernd und albern jeder neuen Mode hinterherjagend, mal melancholisch und verzweifelt gegen den Großstadtstrom ankämpfend.

Dazwischen lässt Jo vom roten Koffergrammophon wichtige Interpretinnen der Zeit erklingen: Claire Waldoff, Isa Vermehren, Renate Müller, Josefine Baker, Raie da Costa, Helen Kaye. Sie alle waren den Frauen der Weimarer Republik Vorbild, gaben dem neuen emanzipierten Frauentyp Stimme und Form.

Ein Frauentyp, der von den Nazis verachtet und bekämpft wurde – mit einer Ideologie, die die Karriere und das Privatleben vieler der hier genannten Frauen zerstörte. Auch davon wird der Frankfurter Kabaretthistoriker Jo van Nelsen an diesem Abend erzählen…




Das jeweils aktuelle Programm des podium finden Sie auch über folgenden Link:  http://marien-frankfurt.de/gemeindeleben/kultur/, Auskunft erhalten Sie auch über unsere Mailadresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

 

 

 

 

 

Dauerausstellung:

„Kreuzweg hinter Stacheldraht“ mit Bildern von Lothar Zenetti in der Frauenfriedenskirche 

Der Priester, Dichter und Künstler Lothar Zenetti, von dem u.a. auch viele Texte der Gotteslob Lieder stammen, ist eng mit der Frauenfriedenskirche verbunden. Hier wuchs er auf, empfing die Taufe, Erstkommunion und Firmung und kehrte als Rentner wieder in die Gemeinde zurück.

Er malte als junger kriegsgefangener Seminarist schlichte, aber ausdrucksstarke Kreuzwegbilder auf zwei Wände der Lagerkapelle im „Stacheldrahtseminar“

Das Stacheldrahtseminar bei Chartres ist einer der seltenen Orte, der die deutsch-französische Versöhnung verkörpert. Im dortigen Kriegsgefangenenlager gründete Franz Stock nach dem 2. Weltkrieg ein Priesterseminar, in dem zwischen 1945 und 1947 rund 1.000 deutschsprachige Seminaristen auf ihre zukünftige Aufgabe in einem neuen Europa vorbereitet wurden. In dem ehemaligen Seminargebäude ist heute die „Europäische Begegnungsstätte Franz Stock Chartres“ beheimatet.

Diese besonderen Kreuzwegbilder von Lothar Zenetti hängen ab sofort, mit freundlicher Genehmigung als Daueraustellung, wenn keine Sonderausstellungen stattfinden, in der Taufkapelle der Frauenfriedenskirche. 

Die Pfarrei Frauenfrieden dankt der Abbé-Stock-Gesellschaft für die Erlaubnis die Reproduktionen ausstellen und zeigen zu dürfen.