Hedwig Dransfeld, die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), hatte die Idee zum Bau der Frauenfriedenskirche bereits  1916 unter dem Eindruck der Schlacht von Verdun entwickelt. Wie alle Deutschen verstand sie, dass dieser Krieg eine neue, nie dagewesene Dimension annahm, und überzeugte mit dem Wunsch ein "steinernes Friedensgebet" und eine nationale Gedenkstätte für die katholischen Gefallenen zu errichten.
 

Kircheneinweihung
Noch im gleichen Jahr legte sie diesen Plan der Deutschen Bischofskonferenz vor, die die Idee unterstützte und einen Standort in der Diaspora vorschlug. Frankfurt als evangelische Stadt hatte durch die Migrationsbewegungen der Industrialisierung großen Bevölkerungszuwachs erhalten, mit dem auch viele Arbeiter aus katholischen Provinzen kamen, für die nicht genug Kirchen vorhanden waren. So wurden zwischen 1924 und 1934 sieben neue katholische Kirchen in den Arbeitervierteln gebaut.

Der KDFB tat sich mit anderen katholischen Frauenverbänden und der Gemeinde St. Elisabeth in Frankfurt-Bockenheim zu einem Arbeitsausschuß zusammen und begann schon 1918 landesweit Spenden zu sammen. Trotz der herrschenden Not der Nachkriegszeit kamen unglaubliche 900.000 RM zusammen; die Idee einer Kirche von Frauen für den Frieden fand überall Zuspruch. Die Inflation von 1923 vernichtete das gesamte Spendenvermögen, erst ein Jahr später begann man wieder zu sammeln, allerdings erreichte man nur die Hälfte ders vorigen Ergebnisses.

1927 kam es zur Architektenausschreibung, bei der 157 Entwürfe eingereicht wurden. Die Jury unter dem Vorsitz von Ernst May entschied sich für den Entwurf des Stuttgarter Architekten Hans Herkommer, der die Ansprüche eines Mahnmales und und einer Gemeindekirche sinnig zu verbinden wußte. 1927 wurde der Grundstein gelegt und am 5. Mai 1929 wurde sie unter landesweiter Beachtung vom Fuldaer Bischof Damian geweiht. Seit 1930 ist Frauenfrieden eine eigenständige Gemeinde.

Kircheneinweihung
Kircheneinweihung

Die junge Gemeinde, zunächst noch als Filialgemeinde von Sankt Elisabeth in Bockenheim, wurde noch lange von Schulden gedrückt. Paradoxerweise kam es erst nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zu einem Abbau der größten Schuldenlast: als 1935 die Auflösung der katholischen Studentenverbände drohte, überschrieben diese ihr beträchtliches Vermögen der Gemeinde Frauenfrieden. Heute erinnert eine Gedenktafel an die Gefallenen des Cartellverbandes der Katholischen Studentenverbindungen, für die im Laufe des Jahres immer wieder heilige Messen gelesen werden. 

Geprägt durch verantwortungsvolle Pfarrer und Gemeinderäte ist sich die Gemeinde Frauenfrieden bis heute ihrer besonderen Aufgabenstellung und  Entstehungsgeschichte bewußt. 

Im Mai jeden "ungeraden" Jahres ist die Kirche in Frankfurt das Ziel einer Frauenwallfahrt des KDFB für den Frieden. Jeden Donnerstag wird eine Frauenmesse in der gleichen Meinung gefeiert. Jeden Montag versammeln sich Frauen, um im Rosenkranzgebet den Frieden zu erbitten. 2001 entstand in Kooperation mit dem Caritasverband im Gemeindehaus das Wohnprojekt P.fiff für alleinerziehende Mütter. Daneben ist die Gemeinde sozial in Obdachlosen- und Flüchtlingsarbeit engagiert.